Gedenktag zur Weihe der Kirche

Gedenktag zur Weihe der Kirche

Lobe den Herrn, meine Seele, und vergiss nicht, was er dir Gutes getan hat. Psalm 103,2

Liebe Bruckberger Gemeindeglieder!

Wir haben Urlaubszeit, wenn auch anders, als in den letzten Jahren. Manchmal kann ich mich des Eindrucks nicht erwehren, dass viele Menschen einen Großteil ihrer Sehnsucht nach Leben in diese sogenannten „schönsten Wochen des Jahres“ hineinpacken. Umso größer ist dann die Enttäuschung, wenn sich die geheimen oder offenkundigen Hoffnungen im Urlaub nicht erfüllen: Man kann nicht ins gewünschte Land fahren!  Das Urlaubsdomizil ist anders, als es die schönen Bilder aus dem Katalog gezeigt haben! Ungewohnte Betten und Straßenlärm schaffen Frust statt der ersehnten Erholung!

Urlaub ist schön! Aber es ist wichtig, auch zu den ganz gewöhnlichen Zeiten des Jahres, zum „normalen Alltag“ ein ganzes „Ja, gut so!“ zu finden. Es geht im Leben nicht immer so, wie wir uns das wünschen. Und dennoch gibt es genug Gründe, wofür wir dankbar sein können. Im Gebetbuch der Bibel, den Psalmen, begegnen uns Frauen und Männer, die über ihr Leben nachgedacht haben und am Ende sagen konnten: „Lobe den Herrn meine Seele und vergiss nicht, was er Dir Gutes getan hat!“ Psalm 103,2 

Oft genug ist das Glas unseres Lebens eben nicht halb leer, sondern mehr als halb voll! Es ist eine gute Erfahrung, einmal in sich zu gehen mit der Frage: „Wofür kann oder muss ich sogar dankbar sein?“ Bei diesem Nachdenken kommt häufig mehr zusammen, als man erwartet: Angefangen vom täglichen Brot, das uns satt macht über die Kleidung, Wohnung, medizinische Grundversorgung, unsere Familie bis zu unserem Arbeitsplatz und einem Leben in relativem Frieden!  Es gibt genug Gründe zur Dankbarkeit und Zufriedenheit! Bei genauer Betrachtung alles keine Selbstverständlichkeiten! Leider merken dies die meisten unter uns erst, wenn – wie in den letzten Monaten – eben nicht mehr alles selbstverständlich ist!

Die Tage des Sommers bieten sich an, einmal über das nachzudenken, was wir alle oft als selbstverständlich voraussetzen. Und das Nachdenken sollte auch zur Einsicht führen, wem wir all diese „Selbstver­ständlichkeiten“ letztendlich verdanken!

Die Frauen und Männer der Psalmen haben den Geber bei ihrem genaueren Hinschauen entdeckt: „Lobe den Herrn meine Seele und vergiss nicht, was er Dir Gutes getan hat!“

Tun wir es auch!

Bleiben Sie behütet!                                               Ihr Hans Stiegler, Dekan